Immer wieder nutzen Spieler die Grauzonen der Regeln, um sich ungewöhnlich lange auf einen Schlag vorzubereiten. Um solchen Vorgehensweisen den Gar auszumachen, tritt in dieser Woche die neue Slow-Play-Reglung der PGA Tour in Kraft.

PGA Tour: Nie wieder Slow-Play

Man könnte es die “DeChambeau-Regel” nennen, doch in diesem Fall geht es nicht um Abschlagsweite oder Ballgeschwindigkeit. Bei der Northern Trust im August 2019 nahm sich “Big-Bryson” über drei Minuten Zeit für einen Pitch aus 70 Yards Entfernung und dann noch einmal über zwei Minuten für einen 3-Meter-Putt auf dem 18. Grün. Diese Angelegenheit ließ die Debatte um das sogenannte Slow-Play neu entfachen.

Die bisherigen Regeln basieren auf dem jeweiligen Abstand zum vorherigen Flight. Kam man einer Gruppe zu nah, hatte man für den nächsten Schlag logischerweise mehr Zeit. Das nutzten Spieler taktisch häufig aus, spielten mal schneller, mal langsamer. Bei den Mitspielern sorgte dies oft für Irritation und Ablenkung, weil sie so ihrem eigenen Rhythmus nicht verfolgen konnten.

Neue Slow-Play-Regel: Mit der Stoppuhr gegen Spielverzögerer

Seit dem Tournament of Champions in dieser Woche gilt folgende Regel: Spieler die für einen Schlag im Durchschnitt 45 Sekunden benötigen, stehen besonders unter Beobachtung. Ihre Namen stehen sogar auf einer speziellen “geheimen” Liste. Ein Offizieller begleitet diese Spieler mit einer Stoppuhr, denn diese werden dazu angehalten, ihre Gewohnheiten zu ändern und ihre Schläge innerhalb von 60 Sekunden auszuführen.

Die zweite Neuerung ist die “Excessive Shot Time”. Jeder Spieler im Feld, der mehr als 120 Sekunden braucht um einen Schlag zu spielen und das ohne einen ersichtlichen Grund, erhält eine Strafe. Und diese Strafen wurden deutlich verschärft. Bei der zweiten Verwarnung in einem Turnier erhält der Spieler einen Strafschlag, nicht wie bisher bei der zweiten Verwarnung in einer Runde. Die Geldstrafe für die zweite Verwarnung in einer Saison oder zehn einzelne Verwarnungen hat sich verzehnfacht und beträgt jetzt 50.000 Dollar.

Spieler heißen Regeln willkommen, auch Bryson DeChambeau

Viele Spieler der PGA Tour bekennen sich zu den neuen Regeln und begrüßen das harte Vorgehen: “Ich denke, es wird helfen“, so Harris English. „Leute, die wissen, dass sie langsam sind und nichts dagegen tun, sind das Problem. Insgesamt müssen die Jungs mit gutem Tempo spielen. Ein Offizieller hat die Statistiken aufgeschlüsselt und auf dem Putting Green bin ich eindeutig am langsamsten. Mir gefällt, wie die Daten verarbeitet werden, damit die Jungs wirklich lernen können, in welchen Bereichen sie langsam sind.”

Auch Bryson DeChambeau selbst wolle nicht sechs Stunden auf dem Platz unterwegs sein und sei selbst genervt, wenn er auf Spieler vor sich warten muss: “Es stört mein Momentum. Jedes Mal, wenn das passiert, kühle ich ab.” Welchen Effekt die neuen Slow-Play-Regeln auf die Spielweise und Ergebnisse der Golfprofis haben werden, wird sich sicherlich schon in dieser Woche in Kapalua zeigen.

	
	
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