Greenkeeper reagieren auf die veränderten Witterungsbedingungen
Bad Griesbach. Die weltweiten Durchschnittstemperaturen lagen im vergangenen September auf einem Rekordwert, der Meeresspiegel steigt stärker denn je und extreme Wetter-Ereignisse wie Stürme oder Waldbrände häufen sich. Der Klimawandel ist aktuell die größte Herausforderung für die Menschen. Auch im Kleinen machen sich die Folgen bereits bemerkbar: Die milderen Temperaturen sorgen beispielsweise bei uns in Bayern für eine längere Pollenflugsaison. Wissenschaftler schätzen, dass wir in den nächsten Jahrzehnten zwischen fünf und 30 Prozent unserer einheimischen Pflanzen- und Tierarten verlieren, weil sie sich nicht an die veränderten Umweltbedingungen anpassen können. Dafür fühlen sich plötzlich unbekannte Schädlinge bei uns pudelwohl. Wie zum Beispiel der Eichenprozessionsspinner. Die Raupen des Nachtfalters fressen Bäume kahl und können beim Menschen allergische Reaktionen auslösen.

Unsere Natur verändert sich – und damit auch die Arbeit darin. Ein Beispiel sind die Golfplätze, herrliche Areale mit vielen Pflanzen- und Tierarten. Auch hier müssen sich die Greenkeeper, die für den Zustand der Anlagen verantwortlich sind, mit veränderten Rahmenbedingungen auseinandersetzen. Florian Gerleigner ist Head-Greenkeeper im Quellness Golf Resort in Bad Griesbach. Er weiß um die neuen Herausforderungen in seinem Job: »Das Wetter wird schöner und trockener. Die Folge ist, dass wir besser mit den Wasserressourcen umgehen müssen.« Rund 250 Liter weniger Niederschläge gebe es durchschnittlich im Vergleich zu früher. »Diese Menge müssen wir also einsparen.« Dazu kommt, dass die Saison immer länger wird. »Bis Ende Oktober kann man inzwischen super Golfspielen«, erklärt Gerleigner. Auch für diese Zeit muss noch genügend Wasser für die Platzpflege vorhanden sein.

Bis vor einigen Jahren habe es bereits Ende August teils heftig geregnet, heute müsse man davon ausgehen, dass es im Sommer sechs bis acht Wochen lang überhaupt keine Niederschläge gibt. Im vergangenen Jahr hätten deswegen beispielsweise die Fairways und Abschläge eine Zeitlang nicht bewässert werden können. Doch heuer sehen die Grünfächen immer noch saftig grün aus. »Jetzt ist die beste Zeit zum Golfspielen. Es sind weniger Leute da, man muss also nicht anstehen, und außerdem kostet das Greenfee im Oktober deutlich weniger«, erklärt Florian Gerleigner. Bis zum Saisonende zahlen Golfer auf allen Plätzen des Quellness Golf Resorts von Montag bis Freitag 30 Prozent weniger, Gäste der Hotels und der Gutshöfe berappen an allen Tagen nur die Hälfte des regulären Tagespreises.

Eine Konsequenz aus dem Klimawandel und den Erfahrungen der vergangenen Jahre ist die Umstellung auf andere Grassorten. »Bislang hatten wir vor allem Poa Pratensis oder Lolium Perenne, das sind typische Gräser für den Golfplatz. Doch die brauchen viel Wasser und Nährstoffe.« Deswegen wird nun das sogenannte Festuca-Gras nachgesät. »Das wächst langsam und braucht wenig Wasser.« Bis das allerdings flächendeckend angelegt ist, wird es noch Jahre dauern. Über den Winter wird auf den insgesamt zehn Golfplätzen des Quellness Golf Resorts alles für die ausreichende Wasserversorgung in der neuen Saison vorbereitet. Das beinhaltet beispielsweise die Arbeit an den Speicherteichen, die per Bagger vom Schlamm befreit werden müssen.

Insgesamt gibt es rund 15 solcher Wasserressourcen, in denen das Oberflächenwasser gesammelt wird. Grund zur Sorge, dass Golfplätze in Trockenperioden zu viel Wasser für die Platzpflege verbrauchen, gibt es nicht. Das sagt auch Marc Biber, der beim Deutschen Golf Verband in Wiesbaden das Ressort Umwelt & Platzpflege leitet. »Zunächst muss man feststellen, dass durchschnittlich nur 15 Prozent eines Golfplatzes bewässert werden und Wasser an sich nicht verbraucht, sondern über verschiedene Wege dem Wasserkreislauf wieder zugeführt wird.« Golfplätze – wie andere Freizeitanlagen – müssten in der heutigen Zeit sowohl funktions- als auch umweltgerecht gepflegt werden. Dafür sorgten unter anderem die Umwelt- und Wasserbehörden, die vor der Erteilung einer Wasserentnahmegenehmigung immer den örtlichen Status des Schutzgutes Wasser prüfen und je nach Verfügbarkeit mehr oder weniger restriktive Genehmigungen erteilen. Damit müssen die Golfplatzbetreiber eben immer besser haushalten. Das ist im Winter kein Problem – obwohl auch von November bis März in Bad Griesbach Golf gespielt werden kann (siehe Kasten).

Kasten
Wintergolf im Überblick:
Der Porsche Golf Course bleibt im November witterungsabhängig weiterhin auf Sommergrüns
bespielbar. Im Dezember wird dieser geschlossen und der Beckenbauer Golf Course wird auf
Wintergrüns bespielbar sein (ebenfalls witterungsabhängig). Bis Ende der Bespielbarkeit auf
Sommergrüns gelten auf den 18-Loch-Anlagen die reduzierten Oktober-Greenfees. Im Winter
gibt’s ein günstiges Greenfee auf dem Beckenbauer Golf Course, für Gäste der Quellness-Golf-
Resort-Hotels wird die Nutzung kostenlos sein. Die Driving Range in Penning ist immer bei Bespielbarkeit
des Platzes geöffnet, genau wie das Sekretariat. Am Golfodrom® können die 9-
Loch-Plätze durchgehend auf Sommergrüns bespielt werden (witterungsabhängig) – abwechselnd
wird immer einer zur Regeneration geschlossen. Die Driving Range ist ebenfalls durchgängig
geöffnet – es muss allerdings von den Matten abgeschlagen werden. Es gibt zahlreiche
beheizbare Abschlagplätze. Ganzjährig ist zudem die Indoor-Puttinghalle geöffnet. Auch fürs
Golfodrom® und die bespielbaren Kurzplätze gelten im Winter vergünstigte Preise. Ein besonderes
Erlebnis ist bestens für die Wintermonate geeignet: An den beiden Golfsimulatoren im
Hotel Maximilian kann auf den exklusivsten Plätzen der Welt gegolft werden – und dort ist
immer schönes Wetter!

 

Der Klimawandel macht sich auch auf dem Golfplatz bemerkbar: Zukünftig muss Head-
Greenkeeper Florian Gerleigner vom Quellness Golf Resort in Bad Griesbach auf Grassorten setzen,
die nicht so viel Wasser brauchen. Foto: Quellness Golf Resort