Zum dritten Mal Gold für den Golf-Club Herzogenaurach

Der Golf-Club Herzogenaurach spielt nicht nur sportlich in der ersten Liga, auch was den Naturschutz angeht gehört er zu den Top-10-Golfanlagen in Bayern. Dafür ist der Verein erneut mit dem Qualitätssiegel „Golf & Natur“ in Gold ausgezeichnet worden. Der Deutsche Golfverband (DGV) vergibt das Siegel an Anlagen, die den Spielern optimale Bedingungen bieten und dabei die Natur vorbildlich schützen und fördern. Der Fachberater vom Deutschen Golfverband Dr. Gunther Hardt sah diese Kriterien vollends erfüllt.

Dass die Auszeichnung gerechtfertigt ist, kann jeder, der über den Golfplatz geht, selbst erleben. Denn hier zwitschern nicht nur die Vögel. Wer nahe der Biotope unterwegs ist, beobachtet mit etwas Glück Amphibien wie den Kammmolch. Auch seltene Gräser haben hier ein Zuhause gefunden. Dazu gehören die Scheinzyperngras-Segge, der Fieberklee und die gelbe Gauklerblume. Alle stehen in Bayern auf der Roten Liste
Bereits 2011 hatte der GCH-Vorstand beschlossen, sich am Programm „Golf & Natur“ zu beteiligen. Nach Bronze und Silber-Auszeichnung gab es 2014 erstmals Gold. Dass Golfplatz und Natur so im Einklang sind, liegt unter anderem daran, dass Headgreenkeeper Heiko Kuhstrebe bei der Pflege der Anlage schonend vorgeht. Er setzt bevorzugt biologische Mittel ein. Zudem gibt es große Ausgleichsflächen, die die meiste Zeit des Jahres sich selbst überlassen bleiben.

Blick auf den Vogel des Jahres
Zudem gibt es immer wieder neue Projekte: 2018 war der Star der Vogel des Jahres, deshalb wurden für ihn spezielle Nistkästen an den Bäumen angebracht. In diesem Jahr ist es die Feldlerche, für die auf den Ausgleichsflächen spezielle Felder angelegt wurden, damit sie übers Jahr einen komfortablen Landeplatz hat. Von dort aus können die Vögel ins höhere Gras auf Nahrungssuche gehen.
Neuester bunter Blickfang auf dem Platz ist eine „Bird Lounge“ an der Brücke über den Litzelbach. Hier stehen nach einem Ideenworkshop mit dem Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) Vogelhäuser für die verschiedenen Arten und ein Futterhaus. Hergestellt wurden sie in den Werkstätten der Behindertenhilfe in Gremsdorf.

Pläne für die nahe Zukunft
In Kürze wird es zusätzlich Hinweistafeln zu den Vögeln auf dem Golfplatz geben. Per Smartphone können Interessierte dann sogar einen QR-Code scannen und sich die entsprechenden Vogelstimmen auf der LBV Webseite anhören. Bernd Dürrbeck, der Projektleiter beim Club für „Golf & Natur“ wird zudem auch an anderen Stellen auf dem Platz Hinweise platzieren, welchen wichtigen ökologischen Beitrag die Golfanlage für die Natur leistet.
Damit nicht genug: Auch der Wasserverbrauch soll immer weiter nach unten gehen. Deshalb werden künftig auf dem Platz nur Grassorten nachgesät, die resistenter gegen die Trockenheit sind. Die jetzt schon vorhandenen Streuobstwiesen sollen noch erweitert und bisher unbeachtete Flächen neben den Spielbahnen in farbenfrohe Wildblumenwiesen umgewandelt werden.

Umwelt-Workshops für den Nachwuchs
Und auch die Jugend wird bei den „Golf & Natur“-Projekten des Clubs mit ins Boot geholt. In diesem Jahr sind verschiedene Workshops geplant, bei denen die Kinder und Jugendlichen die Flora und Fauna auf dem Platz kennenlernen können. Zudem erfahren sie, was alles dazugehört einen Platz möglichst naturnah anzulegen und zu pflegen.
Schulklassen aus Herzogenaurach bietet der Verein die Möglichkeit, ihren Biologie-Unterricht auf den Golfplatz zu verlegen. Ein Schnupperkurs im Golfspielen ist dann natürlich inklusive. Sollte das Wetter nicht mitspielen, stehen geeignete Räume im GCH-Indoorgolf-Center zur Verfügung. Wer Interesse hat, sollte sich einfach mit dem Club-Büro in Verbindung setzen.
Wer noch mehr zum Thema „Golf & Natur“ erfahren möchte: Der Golf-Club Herzogenaurach hat auf seinen neu gestalteten Internetauftritt eigene Seiten dazu. Unter anderem sind die rund 60 Vogelarten aufgelistet, die auf dem Platz in Burgstall zu finden sind.

www.golfclub-herzogenaurach.de/platz/golf-natur

Bild: Golf & Natur Projektteam, v.l.n.r. Vizepräsident Siegfried Tretter, Projektleiter Bernd Dürrbeck, Head-Greenkeeper Heiko Kuhstrebe und der DGV-Fachberater für „Golf & Natur“ Dr. Gunter Hardt
Bild von Petra Spanl