7 Golfer aus 16 Nationen sind für das Hickory Masters 2026 in Villa
d’Este (Italien) gemeldet. Sie werden am 13./14. Mai Golfgeschichte
schreiben, wenn sie auf dem 100 Jahre alten Parcours am Comer See
den ersten Hickory-Major-Champion der Geschichte küren. Dieser darf
seinen Namen auf dem «Silbernen Rake Niblick» verewigen. Für die 14
Professionals im Feld geht zudem um 30’000 Euro Preisgeld. Gemeldet
sind acht ehemalige European-Tour-Sieger und drei
Hickory-Weltmeister.
Das Hickory Masters 2026 ist das erste Major-Turnier für Hickory-Golfer im dritten
Jahrtausend. Es ist ein Meilenstein in der Geschichte des Golfsports. Für die handverlesenen
Teilnehmer bietet sich die einzigartige Chance, bei der Geburt einer neuen Tradition dabei zu
sein. Gespielt wird am 13. und 14. Mai 2026 auf dem Circolo Golf Villa d’Este am Comer See
(Italien). Und zwar auf einem Platz, dessen Layout dem ursprünglichen Parcours von 1926 sehr
nahekommt. Der Parcours des Hickory Masters 2026 ist insgesamt 5032 Meter lang und hat ein
Par von 69. Was für heutige Verhältnisse kurz erscheint, stellt mit Originalschlägern aus der Zeit
von vor 1935 eine durchaus majortaugliche Herausforderung dar. Anders als bei anderen
internationalen Hickory-Turnieren wird beim Hickory Masters ausschliesslich mit originalen
Hickory-Golfschlägern gespielt, die vor 1935 hergestellt wurden.
Die Traditionalisten: die Hickory-Weltmeister von 2010, 2013 und 2015
14 Professionals werden bei dieser Weltpremiere am Abschlag stehen, darunter
drei frühere Hickory-Weltmeister. Sie alle üben sich in Bescheidenheit, wenn es um ihre
sportlichen Ambitionen geht. Der Brite Andrew Marshall, der aktuell auf der Legends Tour spielt
und 2015 die Hickory-Weltmeisterschaft gewonnen hat, stapelt tief: «Ich habe in den letzten
drei Jahren sehr wenig Hickory-Golf gespielt, hoffe aber, dass ich mit Paolo Quirici mithalten
kann.» Unabhängig davon freut er sich, auf diesem traditionsreichen Parcours mit
Originalschlägern aus der Zeit vor 1935 zu spielen: «Das wird ein grosses Vergnügen sein.»
Der Schweizer Paolo Quirici ist Hickory-Weltmeister von 2013, CEO der organisierenden
Hickory Masters SA und somit so etwas wie der Hausherr sowie Erfinder des Hickory Masters.
Er zählt sicher zum engeren Favoritenkreis im Kampf um den «Silbernen Rake Niblick». Umso
mehr, als er gute Erinnerungen an den Austragungsort hat: 1987 gewann der Tessiner in Villa
d’Este die italienischen Amateurmeisterschaften. Trotzdem formuliert er zurückhaltend:
«Dieses Turnier zu gewinnen, ist für jeden Spieler eine grosse Ehre, denn wir haben bei diesem
ersten Hickory-Major-Turnier der Geschichte das stärkste Teilnehmerfeld in Europa, vielleicht
sogar weltweit.»
Der Deutsch-Australier Perry Somers, Hickory-Weltmeister von 2010, zählt zu den
erfolgreichsten Hickory-Golfern der letzten beiden Jahrzehnte. Neben seinem Weltmeistertitel
gewann er unzählige nationale Hickory-Meisterschaften und kürte sich zweimal zum
Europameister. Zwar bezeichnet der 67-Jährige sein Spiel schon länger nicht mehr als
«wettbewerbsfähig», trotzdem will er sich eine Teilnahme in Villa d’Este nicht entgehen lassen,
denn das Hickory Masters ist genau das Turnier, auf das er so lange gewartet hat: «Für mich als
überzeugten Traditionalisten liegt der Reiz ganz klar darin, dass die Spielbedingungen für das
Hickory Masters streng und kompromisslos festgelegt wurden. Dadurch ist gewährleistet, dass
die Veranstaltung in einer Weise durchgeführt wird, die der Hickory-Golf-Ära, die wir hier
würdigen, gerecht wird.»
Diese Worte stossen bei weiteren Hickory-Champions im Teilnehmerfeld auf Zustimmung. Iain
Forrester (Schottland/Niederlande), der Quirici vor vielen Jahren dessen erstes Hickory-Set
geliefert hatte, freut sich «auf einem historisch bedeutsamen Golfplatz Hickory-Golf zu spielen».
Brian Gee (England/Niederlande) schätzt, dass das Turnier «die Geschichte des
Hickory-Golfsports würdigt und von den Teilnehmern Präzision und Authentizität in Bezug auf
Ausrüstung und Kleidung erwartet». Für den Schweden Per G. Nyman ist es «eine Gelegenheit,
im wahren Geist des Spiels gegen wirklich gute Golfer anzutreten». Er wolle vor allem Spass
haben und das Spiel zu geniessen, «aber ich muss zugeben, dass es mehr Spass macht, wenn man
gut spielt». Ähnlich klingt es bei Heinz Peter Thül (Deutschland). Der ehemalige Toursieger und
Coach mehrerer Ryder-Cup-Spieler, ist seit sechs Jahren begeisterter Hickory-Golfer:
«Traditionelles Golf macht grossen Spass, ganz besonders an einem so traditionsreichen
Austragungsort auf einem der schönsten Plätze Italiens.» Gespannt sein darf man auf den ersten
Auftritt von David Cai (China) in Europa. Der Captain des Hong Kong Hickory Golf Teams
arbeitet als Teaching Professional.
Die Herausforderer: European-Tour-Sieger wollen unter Par spielen
Die erfahrenen Hickory-Golfer werden beim Hickory Masters 2026 von einer Reihe ehemaliger
European-Tour-Sieger herausgefordert. Mehrere von ihnen spielen aktuell auf der Legends Tour.
Die grosse Frage lautet daher, wie diese routinierten Playing Professionals mit den historischen
Golfschlägern zurechtkommen und wie schnell sie sich an diese entschleunigte Art des
Golfsports gewöhnen. Können sie den Hickory-Weltmeistern Paroli bieten?
Markus Brier (Österreich) hat vor zwei Jahren einen ersten Versuch mit Hickory-Schlägern
unternommen und freut sich darauf, diese spezielle Erfahrung zu wiederholen. Er weiss: «Mit
diesen historischen Schlägern muss man ein bisschen anders spielen als mit modernem
Equipment. Das macht es interessant und spannend.» Emanuele Canonica (Italien) ist neugierig
auf sein Hickory-Debüt: «Die Schläger und Materialien von früher auszuprobieren, hat mich
schon immer fasziniert und gereizt. Jetzt habe ich die Gelegenheit dazu – und dies erst noch bei
einem grossartigen Turnier auf einem der schönsten Plätze meiner Heimat.»
Gary Orr (Schottland) sieht es ähnlich: «Ich spiele beim Hickory Masters mit, weil es wichtig ist,
die Traditionen des Golfsports am Leben zu erhalten.» Seine sportlichen Ambitionen sind
verhalten: «Mein Ziel ist es, in einer der Runden unter Par zu bleiben und den Wettkampf zu
geniessen.» Auch Jean-François Remésy (Frankreich) schätzt es, dass der Golfsport in seiner
traditionellen Form gepflegt wird. «Ich finde es sehr spannend und reizvoll, dass sich die Spieler
wie damals kleiden und dass wir alle mit Hickory-Schlägern antreten.»
Thomas Gögele (Deutschland) hat sich die Teilnahme gut überlegt, bevor er sich für sein erstes
Hickory-Turnier eingeschrieben hat: «Mit solch klassischem Equipment ein Turnier zu spielen,
erscheint mir jetzt äusserst reizvoll. Das wird meine Fähigkeiten auf eine ganz andere Art
testen.» Reizvoll sei auch die Möglichkeit, gleichzeitig gegen erfahrene Hickory-Golfer und
Kollegen der Legends Tour anzutreten. «Mein Spiel ist grundsätzlich sehr variabel. Ich denke, ich
werde mich gut an die alten Schläger anpassen können», gibt er sich zuversichtlich.
Hickory Masters 2026
13./14. Mai 2026
Circolo Golf Villa d’Este, Comer See, Italien
Zuschauer willkommen. Eintritt frei.
www.hgm.golf