Seit 40 Jahren gehören Golf und Undingen zusammen – Club mit Herz, Verstand und Zukunft feiert fünf Tage lang
Es heißt, der Schwabe wird erst mit 40 Jahren g’scheit. Das ist nicht nur im Rückblick eine gute Nachricht – der Golfclub Reutlingen-Sonnenbühl hat in den vier Jahrzehnten seines Bestehens doch einige Stürme gut gemeistert – sondern vor allem im Blick auf die Zukunft: Also das Beste kommt noch. Das Thema im Hier und Heute ist: Fünf Tage lang wird in Sonnenbühl mit Turnieren, Partys und einer Matinee gefeiert.
Auf der Schwäbischen Alb direkt im Biosphärengebiet und umgeben von einer der schönsten Alblandschaften, begann 1985 schon alles. Denn die Vereinsversammlung fand bereits im Dezember statt. Am 1. Juli 1986 erfolgte die Eintragung ins Vereinsregister. Da wurde bereits eifrig auf der Übungswiese geübt, gespielt wurde aber noch nicht in Sonnenbühl, sondern beispielsweise beim damals noch einzigen Nachbarn in Hechingen oder bei Ausflügen zu anderen Golfclubs in nah und fern.
Erster Präsident war Erich Renz, sein Vize Robert Foster, der bis heute dem Verein die Treue hält. Zehn Gründungsmitglieder sind in der Chronik vermerkt. Erich Renz hatte 1985 als Gründer der Betreibergesellschaft Green Golf den Antrag zur Errichtung einer Golf- und Freizeitanlage auf zirka 60 Hektar gestellt. Weitere zwölf Hektar mit Grün- und Weideflächen stellte die Gemeinde in Erbpacht zur Verfügung.
Trotz Bedenken einer Bürgerinitiative, die es schon damals gab, und dank des Weitblicks des damaligen Bürgermeisters Dieter Winkler, der bis heute Ehrenmitglied im Club ist, sowie eines großen Teils des Gemeinderats war das Genehmigungsverfahren nach knapp zwei Jahren durch. Am 1. Juli 1989 stieg das Eröffnungsturnier für die ersten neun Bahnen.
Doch schon in der von Schwung und Optimismus geprägten Anfangsphase, die bis 1993 mit dem Fertigstellen der zweiten neun Loch (1990) und dem Neubau des Clubhauses an Stelle des ursprünglichen Provisoriums endete, traten immer wieder finanzielle Engpässe auf. „Es waren wilde, schöne und nicht ganz so komfortable Zeiten wie heute“, erinnert sich Robert Foster, der bereits im Herbst 1987 Erich Renz als Clubpräsident ablöste.
Immer wieder gab es kritische wirtschaftliche Situationen, die aber allesamt mit der finanziellen Unterstützung der Mitglieder gemeistert wurden. In dieser Zeit entwickelte sich ein aktives Vereinsleben. Mannschafts- und Jugendsport wurden gefördert, so dass sich der Verein erfolgreich in der Region etablierte.
Zu einer Zäsur kam es im Jahr 2009, als erhebliche wirtschaftliche Probleme der Betreibergesellschaft zutage traten und Green Golf in Insolvenz ging. In einer richtungsweisenden Mitgliederversammlung am 4. August 2009 beauftragten die Mitglieder den Vorstand mit Professor Siegfried Kunz an der Spitze nach Vorlage eines Zukunfts- und Finanzierungskonzepts zu Verhandlungen über den Erwerb der unter Zwangsverwaltung stehenden Flächen und Gebäude. 2011 wurde der Kaufvertrag für den Verein notariell beurkundet. Seit diesem Tag gehört der Golfclub Reutlingen-Sonnenbühl seinen Mitgliedern.
Stehenbleiben ist Rückschritt und so entwickeln die Vorstände Jahr für Jahr Club und Platz weiter. Seit 2019 steht Matthias Eschle als Präsident an der Spitze, die längste Amtszeit im Golfclub bisher. Unter seiner Ägide stemmte der Club nicht nur den Bau einer 3-Loch-Übungsanlage, sondern erneuerte die Sanitärräume, modernisierte das Sekretariat, sanierte den Löschteich, ließ eine Holzpellet-Heizung einbauen und installierte eine Solaranlage auf den Dächern des Haupt- und Nebengebäudes.
Die Investitionen haben sich gelohnt, Club und Anlage erstrahlen im neuen Glanz. Mit Marcello Ianni, seiner Frau Tatjana und dem ganzen Team besitzt der Club zudem einen Gastronomen, der sich mit diversen Auszeichnungen weit über Sonnenbühls Grenzen hinaus einen Namen gemacht hat und auch Nicht-Golfer zum Essen und Verweilen auf der Terrasse und im Restaurant einlädt.
Ausgezahlt haben sich aber auch die Investitionen in die Jugend. Rund 70 Jugendliche nehmen am Training teil. Zahlreiche Talente sind dabei, sich landesweit einen Namen zu machen. Von der 1. Herrenmannschaft bis zur AK 65 spielen sieben Mannschaften bis hoch zur 1. Liga Baden-Württemberg. Das Niveau ist hoch und das Engagement aller Spielerinnen und Spieler groß.
Ein schlüssiges Nachwuchskonzept durch den Jugendvorstand und eine erstklassige Betreuung der Neumitglieder durch die so genannten „Ballschubser“ führt dazu, dass sich der Club von Jahr zu Jahr verjüngt, gleichzeitig aber auch die Mitgliederzahl kontinuierlich steigt auf mittlerweile 720.
Also Grund genug, richtig zu feiern. Los geht’s am 1. Juli mit einem Interclubspiel, bei dem Teams aus benachbarten Golfclubs mit Teams der Sonnenbühler wetteifern. Am Tag danach, dem 2. Juli, heißt es „women on green“ – ein Frauenturnier steht auf dem Programm. Zum Kennenlernen des Clubs ist am Freitag, 3. Juli, der Teamgeist-Cup, bei dem Nichtgolfer mit jeweils einem golfspielenden Clubmitglied auf die Runde geht. Und am Abend steigt eine super Party mit DJ. Der Preis des Präsidiums, Samstag, 4. Juli, ist ein festliches Turnier, bei dem sportlicher Anspruch, Gemeinschaft und Wertschätzung im Mittelpunkt stehen.
Finaler Höhepunkt ist die Matinee am Sonntag, 5. Juli, ab 10.30 Uhr. Prominenz aus Politik und Sport sind Gäste. Der neue Imagefilm hat Premiere, einige Überraschungen stehen noch bereit und im Anschluss beginnt am Nachmittag für alle Golfinteressierten der Golferlebnistag auf der Anlage.
So gesehen ein würdiger Abschluss der ersten 40 Jahre des Golfclubs
Reutlingen-Sonnenbühl und ein schöner Ausblick auf das Kommende.
Fotos: Golfclub Reutlingen-Sonnenbühl e.V.